Hachen 2016

10.10h Es geht los:   Die Gruppe vor der Abfahrt. 12 Schulsanitäter und drei Betreuer machen sich mit drei Fahrzeugen auf den Weg nach Hachen. So sieht die Gruppe frisch aus:

 

 

11.50h Die Autobahnfahrt zwischen Mülheim und Hachen liegt hinter den Aktiven, die Schulsanitäter treffen ein, beziehen die Räumlichkeiten und richten sich entsprechend ein. Danach gehts in die Geländeerkundung und in die erste Ausbildungseinheit.

 

14.00h Diese wurde bereits unterbrochen. Auf dem Gelände sind mehrere Personen zusammengebrochen. Eine Person ist aus dem Fenster gestürzt und hat sich schwer verletzt. Alle sechs Teams sind bereits jetzt im Dauereinsatz.

 

15.00h  Unsere ehemalige Schülerin Martina ist eingetroffen und hilft uns hier vor Ort. Aktuell ist sie mit allen Teams auf dem Gelände unterwegs und leitet die Fallbeispiele. An verschiedenen Orten sind die Teams mit unterschiedlichen Situationen konfrontriert.

16.00h  Einsatz am Parkplatz: Anwohner haben spielende Kinder an einem abgestellten Anhänger entdeckt. Sie schreien vor Schmerzen, am Anhänger steigen Rauchwolken auf. Das Team erkennt bei der Annäherung, dass hier ein Gefahrgut-Unfall vorliegt. Auf dem Anhänger war in einem Behälter Salzsäure gelagert, welche nun ausläuft und chemisch mit dem Metall und anderen Materialien auf dem Anhänger reagiert. Zwei Kinder haben die tropfende Flüssigkeit auf die Arme bekommen, eines leider sogar in die Augen. Zwei Teams kümmern sich um die Erstversorgung, setzen Behandlungsprioritäten und fordern entsprechende Fachkräfte nach. Dieser hat sich gelöst, dabei ist ein Gebinde mit Salzsäure umgekippt und läuft aus. Ein Erwachsener kam zu Hilfe und wurde leider vom Anhänger erfasst. Ätzende Dämpfe treten aus. Die ersten Teams kümmern sich um die Verletzten und sichern die Einsatzstelle ab.

 

16.35h Auf dem Spielplatz ist es zu einer Messerstecherei gekommen, drei Kinder wurden verletzt. Ein Messer steckt noch im Arm. Eine verletzte Person wurde zwischenzeitlich bewusstlos. Die Person musste mit dem Spineboard aus dem Kletterhaus gerettet werden.

17.21h  Das Essen geht gleich los. Um 17.45h soll es die erste Stärkung geben.

 

19.00h  Einsatz im Schwimmbad:  Es geht zu 120 Minuten Rettungsschwimmtraining. Das Wasser ist kalt. Aber man wird ja beim Schwimmen wärmer.

 

21.20h Es geht zur Theorieausbildung. Auf dem Plan steht das Schienen mit Sam-Splint Schienen.  Wobei..... das erste Team ist bereits wieder draussen.

Und das SSD Junior Team ist auch soeben nach draußen alamiert worden. Aber es wird auch weiter fleißig geschient. Die Nacht ist ja auch noch lang.

Uniform sauber halten wird überschätzt. Und einen Abhang runter laufen kann jeder. Elegant rollen nicht....

 

22.50h Am Spielplatz hat eine Jugendgruppe die erste Nacht in der Sportschule am Lagerfeuer verbringen wollen. Die fünfköpfige Gruppe hat sich um einen Feuerkorb versammelt und Marshmallows gegrillt. Ein Teilnehmer wollte die Gruppe erschrecken und hat sich als vermeintlichen Spaß ausgedacht, zwei Spraydosen versteckt in das Feuer zu legen. Es kam zum Druckgefäßzerknall und in dessen Folge zu mehreren Verletzten, die durch die Stichflamme schwere Verbrennungen erlitten. In Panik rannte eine Person in den nahe gelegenen Wald. Von all dem weiß das erste Team allerdings noch nichts. Sie sind mit dem Stichwort "Verletzte Person am Spielplatz" alarmiert. Das wird sich in dieser Art wohl eher nicht bestätigen. Das erste Team hat die Gefahr erkannt und die Beteiligten aus dem Gefahrenbereich gebracht. Weitere Teams sind alarmiert und versorgen die Verletzungen.

 

23.30h Das gemütliche Beisammensein am Grillfeuer. Nachdem die letzten zwei Spraydosen detoniert sind, kann man bei Getränken und Süßkram ein wenig ausruhen. Für Jonas gab es das Mystique Fire, welches das Lagerfeuer in bläulich violette Farben tauchte. Lina hielt dies für eine Geistererscheinung und konnte später vom Gegenteil überzeugt werden.

 

 

Die Nacht kann beginnen und wenn man in den Sternenhimmel schaut, könnte man meinen da steht:  Es wird eine kurze, sehr kurze Nacht...

 

5.40h  Die Sterne behielten Recht. Seit 5.40h, nach nur 3,5h Schlaf riss der erste Alarm eines der Teams aus dem Schlaf. Es folgten vier weitere Einsätze. Letztlich waren alle Teams auf den Beinen und retteten die verschiedenen Personen. Bilder gibt es hierzu leider keine. Die Kameras wurden von dem wohl auch müden Ausbilder vergessen...

 

7.45h   Das Frühstück ist serviert und die Gruppe stärkt sich. Insgesamt erscheinen alle noch recht wach. Aber man wird sehen wie sich das entwickelt. Aktuell zählt: Essen und trinken, stärken für die Einheiten die noch kommen.

8.45h Die Ausbildungseinheit über MANV und Einsatzleitung hat begonnen. Auch die Gefahren an der Einsatzstelle werden ausgiebig besprochen. Einige Gefahren sind den Teams bereits in den Fallbeispielen begegnet. Intensiv wird nun noch einmal über eine vernünftige Absicherung des Verkehrs gesprochen. Auch der Führungskreislauf ist Thema und das richtige Sichten von Patienten. Nicht jeder kann dieser anspruchsvollen Thematik noch folgen. Grund ist aber nicht die fehlende Leistungsfähigkeit, sondern eher fordern die letzten Einsätze der Nacht ihren Tribut...

10.45h Die Gruppe ist für 90 min in ein japanisches Spiel gestolpert. Takeshi´s Castle läuft aktuell. In einem Hinderniss-Parcours versuchen sich die beiden Gruppen gegenseitig zu behindern und für ihre eigene Gruppe erfolgreich Punkte zu erstreiten. Das Programm nach diesem Powertraining steht auch schon fest: Kurz Essen und dann geht es um....

 

13.00h direkt wieder in die Halle. 120 Minuten Großtrampolin warten hier auf das Springen. Unter Anleitung werden verschiedene Sprünge geübt und die selten genutzten großen Trampolins ausgiebig getestet. Um 15h wird diese Einheit beendet sein.

14.00h Wieder einmal Besuch, der spontan vorbei schaut. Die Familie G... ist nun vollständig anwesend. Auch Andrea fand als Ehemalige den Weg zu uns und traf auf alte Bekannte und auch auf neue Gesichter. Andrea unterstütze uns später noch bei den Fallbeispielen tatkräftig als zusätzliche Mime. Vielen Dank dafür!  Es ist immer wieder schön zu erleben, dass der SSD hier wohl eine Gruppe hat, der auch Bande weit über die Schulzeit hinaus hat. Das macht diese ganzen Aktionen hier immer wieder durchführenswert.

15.05 - 15.25h  Zeit zu duschen...

15.30h  Die nächste Runde Fallbeispiele startet. Diverse Fallbeispiele auf dem Gelände sind vorbereitet. Neue Rekorde wurden bei dieser Fahrt auch schon eingestellt. Durch das eingespielte Betreuerteam sind nun mehr als 20 Fallbeispiele alleine in dieser Phase abgearbeitet. Es wurden auf dem gesamten Gelände verschiedene Situationen gestellt. Vom Holzfäller mit Amputationsverletzungen, ACS, Krampfanfälle, Hyper- und Hypotonie, Verstauchungen, Abstürzen an Kletterwänden, und und und.  Eine Versorgung folgt der nächsten. Die ersten müdigkeitsbedingten Ausfälle sind zu beobachten. Aber das ist auch mehr als verständlich nach nur vier Stunden Schlaf in der Nacht. Dennoch erfordern die weiteren Beispiele top Konzentration.

17.15h Das Junior SSD Team ist im Dauerstress. Es warten in Folge mehrere Fallbeispiele auf sie. Darunter Kopfplatzwunden, bewusstloslose Personen, Amputationsverletzungen und auch einfache Schürfwunden.

17.45h Es gibt Essen. Bisher gab es noch keine wirklich freie Minute. Beim Essen können die Schulsanitäter ein wenig zur Ruhe kommen. Okay, es wird nicht lange sein. Denn die Schwimmhalle kann man schon schreien hören.

 

19.00h  Pünktlich um sieben geht´s wieder ins Wasser. Die erste Einheit ist das Training mit dem Spineboard zur Wasserrettung. Danach stand eine Spielstunde aus dem Programm. Raus aus dem Lernmodus, rein ins Abschalten. Nach einer Stunde spielen wurde das Wasser aber zu kalt. Die Gruppe entschloss sich die Sauna zu besuchen. Dabei konnte Wärme getankt werden. Bitter nötig, wenn man an die bevorstehende Nacht denkt.

 

22.30h   Ein Jugendlicher ist nach einer verlorenen Wette mit dem geklauten Auto seines Betreuers auf dem Parkplatz "eine Runde" gefahren. In der ersten Kurve verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr in die Zuschauermenge seiner Freunde. Drei Jugendliche werden schwer verletzt. Vier weitere erleiden mittelschwere Verletzungen und acht Personen werden leicht verletzt. Insgesamt gilt es 15 Personen nach diesem Crash zu versorgen.

Nach 41 Stunden wach sein und nur drei Stunden Schlaf war diese Übung keine leichte Aufgabe. Nach 40 Minuten waren alle Verletzten schließlich versorgt. Diese Übung zeigte deutlich, wo noch Schwächen liegen und an welchen Stellen noch viel Übungsbedarf besteht. Nach dieser extrem langen Wachzeit aber auch kein allzu unerwartetes Ergebnis. An diesen Stellen wird demnächst angesetzt und weiter gearbeitet.

Videos usw. folgen.

Ein ganz herzliches Dankschön an die Leichtathletik - Gruppe! Ohne ihre Hilfe hätte diese Übung nicht stattfinden können! Sie stellten die 15 Mimen und zeigten tolle schauspielerische Leistungen. Im Video wird man diese bewundern können. Verletzte die sich unter Schock stehend immer wieder entfernen, um Hilfe schreinende Patienten und und und . Nocheinmal : ein ganz herzliches Dankeschön!!! Mit dieser Unterstützung habt ihr uns beim Erlangen eines ganz wesentlichen Ausbildungsziels weiter gebracht!

 

22.45h  Die Nachbesprechung ist beendet. Die Eindrücke werden verarbeitet und müssen noch wirken. Es gibt einiges zu tun. Das werden wir jetzt anpacken.  Für die Nacht ist Nachtruhe angesagt. Weitere Fallbeispiele werden die notwendige Schlafzeit nicht unterbrechen. Morgen früh wird aufgeräumt, gefrühstückt und es folgt die Einheit Selbstverteidigung.

Eine Gruppe führte die eigene Nachbesprechung noch ein wenig länger in ihrem Haus weiter und arbeitete den Einsatz auf. Um 1 Uhr morgens soll auch dort das Licht ausgegangen sein.

Eine Gute Nacht.

 

6.30h und der Tag beginnt. Die Betten werden geräumt, Taschen gepackt und die Häuser aufgeräumt. Dazu zählt das leeren ALLER [ :-)) ]  Mülleimer und das Ausfegen. Die Taschen usw. lagern derweil im Gruppenraum. Durch die etwas längere Nacht sehen die meisten Gesichter, naja erholt wäre jetzt nicht ganz treffend, aber deutlich frischer aus, als am Tag zuvor. Nach eigenem Bekunden sind alle Topfit. 

7.58h  Es geht zum Frühstück. Irgendwie passt die Aussage von eben nicht ganz zu den Gesichtern am Frühstückstisch.

8.50h Und schon geht es zum Sport. Es steht eine Einführung in Selbstverteidigung auf dem Programm. Alle drei Begleiter der Fahrt haben hier ihre Erfahrungen und waren bzw. sind als Trainier tätig. Das Training sollte eigentlich nur bis 11 gehen, aber da die Halle gerade frei war und auch noch viel Spaß sowie Lust vorhanden war ging das Training mal einfach spontan bis 11.34h . Das waren dann mal ganze zwei einhalb Stunden Powertraining. Aber in der heutigen Zeit ja leider auch nicht ganz verkehrt. Auch wenn das alles nur Einblicke und erste Übungen waren und ein regelmäßiges Traininig nicht ersetzt.

11.45h Vom Sport über ein schnelles Duschen zum Essen. Diesmal oben in der Sportschule. Welch Überraschung. Ein riesiges Buffet und eine große Auswahl. Wir lernen für´s nächste Mal und werden heimlich einzeln oben Essen abholen und ins Feriendorf tragen. Das war schon noch mal ne ganze Nummer besser als im Feriendorf selbst.

12.30h Die beiden alten Hasen aus dem ehemaligen Einsatzdienst des SSD Amelie und Alex organisieren gerade noch einmal für jedes Team jeweils drei Fallbeispiele zum Abschluss. Anschließend wird das SSD Junior Team noch einmal gefordert. Auch dieses Team muss sich noch einmal an drei Fallbeispielen behaupten.

 

13.50h Es wird gepackt, die Fahrzeuge werden beladen und der Gruppenraum gereinigt. Wir sind lernfähig und haben ALLE Mülleimer geleert. Auch die Fenster sind verschlossen. Wegen des Mietwagens werden noch alle Schuhe ausgiebig gereinigt und gesäubert. Einer Abfahrt ins heimische Bett entgegen steht nichts mehr im Wege....  oder doch?  

14.40h  Eigentlich wären wir auf dem Weg. Wenn da nicht die verdammte, verflixte moderne Technik wäre. Okay, vielleicht ist das nicht korrekt ausgedrückt. Wenn man nicht sein Handy vermissen würde, weil man nicht mehr weiß wo es liegt. Also Fahrtstopp und Absitzen. Ab in den Wald und suchen. Wo war man zuletzt? Wo ist man her gelaufen? Nach 30 Minuten Abbruch, mit der Erkenntnis, dass hier nichts zu finden ist. Die Entscheidung des Heimfahrtantritts steht. Wenn da nicht, ach ja, die nun dreckigen Stiefel wären... Macht ja nichts, Wasser kommt ja auch gerade von oben...

15.15h  Es geht tatsächlich los.

16.30h Eintreffen an der Schule. Alles Wegpacken und aufräumen. Tasche kontrollieren, immer noch kein Handy... Der Rest ist verstaut, das Team arbeitet Hand in Hand, die Zahnräder greifen ineinander.

17.20h Auch der Anhänger ist zurückgebracht und damit ist das meiste nun wirklich erledigt. Ein Dankeschön hier an die Familie von Alex, die uns den Anhänger regelmäßig zur Verfügung stellen.

An dieser Stelle auch noch mal ein Dankeschön an die beiden Begleiter für die intensive Unterstützung ohne die auch die Fahrt mit den Fahrzeugen an sich nicht möglich gewesen wäre. Und ein letzter Dank an Hana, die im Vorfeld bereits die Wunden modeliert hat, sodass wir vor Ort leichter und realistischer Schminken konnten.

 

Die Abschlußfahrt ist beendet.

 

Nachtrag aus der Chat-Gruppe: Von dem vermissten Handy wird eine Nachricht geschrieben....   "Das Handy lag im Sportschuh...."    :-) 

Ende gut, alles gut. Manschaft und Material vollständig!

Das Magic-Fire

Lustiges Feuer, welches ständig seine Farbe ändert. Hat einige von uns abends lange Zeit belustigt.