Aus- und Fortbildung

Die Schüler, die am aktiven Sanitätsdienst und Einsatzdienst in der Schulzeit teilnehmen, durchlaufen unterschiedliche Ausbildungen, bevor sie an diesen Diensten mitwirken können. Zudem besteht eine regelmäßige Fortbildungspflicht.

Übersicht

Stufe Ausbildung Inhalt Dauer
1 Grundausbildung Teil 1 Erste Hilfe Erste Hilfe Kurs, mit Schwerpunktergänzung "Notfälle in der Schule", zusätzlich Umgang mit Taschenmaske und Anreichen von Materialien 24h + Prüfung
2 Grundausbildung Teil 2 AED Ausbildung im Umgang und der Anwendung des AED´s, Reizleitungssystem Herz, fachliche Vertiefung: kardiologische Notfälle 10h + Prüfung
3 Sanitätshelfer weiterführende theoretische Kenntnisse von Anatomie und Physiologie, spezielle Notfallbilder, Umgang mit Beatmungsbeutel, Sam-Splint Schienen, Beatmungshilfen, RR-Messung, BZ,-Messung, u.v.m. 60h + Prüfung
4 Einsatzsanitäter Inhalt wie Rettungshelfer NW und teilw. RS/RA 100h + Prüfung
5 Gruppenleitung Lehrgang für die Einsatzleitung beim Sanitätsdienst, Gruppenleitung 16h + Prüfung
6 EKG Aufbaukurs EKG Ausbildung Teil 2 12 Kanalinterpretation Infarktdiagnostik, LSB,RSB etc. 12h
7 Rettungshelfer NW 80h Theorie in der Rettungsdienstschule, 80h Rettungswachen-Praktikum im Rettungsdienst Dortmund oder Feuerwehr Mülheim / Ruhr 80h + 80h Praktikum

Grundausbildung Erste Hilfe

Zunächst besuchen die Schüler im ersten Teil ihrer Grundausbildung einen 24-stündigen Erste – Hilfe Kurs. 

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Vom Gesetzgeber wird für Ersthelfer lediglich eine Teilnahme an einem 9 stündigen Kurs verlangt, an der Karl - Ziegler - Schule ist der Kurs bereits am Start der Sanitätsausbildung deutlich umfangreicher und der Lernerfolg wird durch Prüfungen überprüft. Mit dieser Ausbildung dürfen die Schüler als „Dritte“ im Einsatzteam bei Sanitätsdiensten eingesetzt werden. Dieser Kurs schließt mit einer einstündigen Klausur, drei Fallbeispielen und einer mündlichen Prüfung.

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Grundausbildung AED

Zum zweiten Teil der Grundausbildung gehört der AED Lehrgang. In diesem AED -Lehrgang 

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werden die Schülerinnen und Schüler praktisch und medizintheoretisch an automatisierten Defibrillatoren geschult. Zur Ausbildung gehören Kenntnisse zu Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern, Kammerflatten, Asystolie, PEA und die dazugehörige Anatomie und das Reizleitungssystem des Herzens). Der Umgang und Einsatz des AEDs wird ausgiebig praktisch trainiert. Zusätzlich findet Fallbeispieltraining mit den Grundlagen aus dem Teil 1 der Grundausbildung statt. Ein schriftlicher (20 Fragen) und praktischer Test schließen diese 16 stündige Ausbildung ab. Zum Einsatz kommen aktuell vier unterschiedliche AED´s, so dass gewährleistet ist, dass die Schulsanitäter letztlich jedes Gerät intuitiv bedienen können. An den vier Geräten findet eine Einweisung nach MPG statt.

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Sanitätshelfer

Die Ausbildung für Sanitätshelfer ist in den Hilfsorganisationen unterschiedlich geregelt und liegt zwischen 24 und 40 Ausbildungsstunden. Sanitätshelfer werden z.B. auf Sanitätsdiensten (Fußballstadien, Konzerte, Stadtteilfeste, etc.) als Helfer eingesetzt. An der Karl - Ziegler - Schule sind die Vorgaben weiter gefasst.

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Der Lehrgang dauert bei den Schulsanitätern 60 Stunden. Er beinhaltet eine wesentliche Erweiterung und Vertiefung der wichtigen Themen, sowie detailierte Kenntnisse z.B. der psychologischen Erste Hilfe. Blutdruckmessen und Auswerten, Pupillenkontrolle, weitergehende Spezialverbände, sowie die Verwendung von Immobilisationskragen werden hier zusätzlich trainiert. Ebenso die fachlich korrekte Messung des Blutzuckerwertes und eine orientierende Untersuchung des Abdomes sind inhaltlich vertreten. Die Anlage von Aluminium-Schienen an div. Positionen hat auch einen großen Stellenwert in diesem Kurs. Die sichere Beatmung mit dem Beatmungsbeutel und Umgang mit Güdeltuben erweitern die Maßnahmen bei der Wiederbelebung.

Der Kurs wird von Schülern besucht, die weitergehendes Interesse am SSD haben und das Wissen sowie praktische Können ausbauen möchten. Der Kurs wird mit einer mündlichen, praktischen und schriftlichen Prüfung abgeschlossen (10min, Rea + 2 Fallbeispiele internistisch/chirurgisch, 80 Fragen 160 min).

Die ausgebildeten Schüler werden als „zweiter Helfer" im Einsatzteam eingesetzt.

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Einsatzsanitäter

Es geht auch noch mehr...

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Die Ausbildung zum Einsatzsanitäter umfasst eine 100 stündige Schulung. Hierbei handelt es sich tatsächlich um weitere Ausbildungsstunden, die die bisherigen Unterrichtsstunden fortführen. Auf dem bisherigen Wissen wird inhaltlich weiter aufgebaut.

Diese Ausbildung erläutert weiterführende theoretische Kenntnisse der Notfallmedizin und ergänzt diese mit weiteren praktischen Maßnahmen. So gehört z.B. auch die Vorbereitung einer Infusion, sowie der korrekte Umgang mit Vakuumschienen, Schaufeltragen usw. zu den Aufgaben eines Einsatzsanitäters. Auch die Vorbereitung von i.v. - Zugängen, Vorbereitung der e.b. Intubation und der sichere Umgang mit dem Larynxtubus ist Bestandteil der Ausbildung. Zusätzlich werden auch die Grundlagen der EKG - Diagnostik erlernt, so dass div. Rhythmen sicher erkannt werden und auch die 12-Kanal- Interpretation im Bereich des ACS gelingt; auch Schenkelblockbilder gehören zum Ausbildungsinhalt. Insbesondere von dem fundiertem Wissen können die zukünftigen Patienten des SSD´s profitieren. 

Die Ausbildung schließt an der Karl - Ziegler - Schule mit einer 6 stündigen schriftlichen Klausur (ca. 260 Fragen), 3 Fallbeispielen in der praktischen Prüfung und einer etwa 15 minütigen mündlichen Prüfung ab. 

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Gruppenleitung

Führen will gelernt sein...

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Der zweitägige Kurs richtet sich an die Schulsanitäter, die auch gerne mal die Einsatzleitung übernehmen möchten. Voraussetzung dafür sind die zuvor erfolgreich absolvierten medizinischen Lehrgänge. Der Lehrgang vermittelt Grundlagen von Führungsstilen, den Befehlskreislauf und Überlegungen zu Taktik und Vorgehen. Dabei wird unterschieden zwischen geplanten Sanitätsdiensten und dynamische, spontane Einsatzlagen. In einer Prüfung wird nicht nur das theoretische Wissen abgefragt, sondern auch ein Behandlungsplatz aufgebaut und eingerichtet. Geübt wird aber auch z.B. bei der späteren Einsatzleitung der schuleigenen MANV- Übung.

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Rettungshelfer NW

Die Ausbildung zur Rettungshelferin bzw. zum Rettungshelfer stellt momentan die höchste Ausbildungsstufe mit staatlicher Prüfung dar.

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Schülerinnen und Schüler die sich besonders engagieren erhalten diese Ausbildung. Sie dauert noch einmal 160 weitere Ausbildungsstunden, wobei davon 80h am Notfallpädagogischen Institut unterrichtet werden. Inhaltlich wiederholt der Kurs schon bereits vertiefte Themen aus den vorangegangenen Ausbildungen, jedoch das ein oder andere Mal aus anderer Sichtweise, so dass eine nicht immer zu vermeidenede "Betriebsblindheit" vermieden oder reduziert wird.

Neu hingegen ist das 80 stündige Rettungswachenpraktikum. Hier wird im städtischen Rettungsdienst Erfahrung gesammelt. Ein herzliches Dankeschön an die Berufsfeuerwehr Mülheim, mit der eine Zusammenarbeit existiert und die sich immer gerne unserer Praktikanten annehmen. So erhalten sie in den 80 Stunden eine fachlich Kompetente Ausbildungszeit.

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Fortbildungen

Die AG bietet monatlich zwei Fortbildungen (3 h) mit unterschiedlichen Themen an. Hier finden praktische Übungen

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statt und theoretische Kenntnisse werden aufgefrischt und vertieft.
Falls notwendig wird ein Teil dieser Zeit auch zur Materialpflege genutzt. Außerdem klären wir in dieser Zeit organisatorische Dinge oder planen gemeinsame Veranstaltungen.

Die Fortbildungen werden nicht nur intern unterrichtet, sondern auch Mitarbeiter der Feuerwehr Mülheim, des Rettungsdienstes Dortmund und weitere Ausbilder (Lehrrettungsassistenten, die sonst Rettungsdienstpersonal ausbilden) beteiligen sich gelegentlich hieran und halten entsprechende Vorträge. Der große Teil jedoch findet bei unserem Lehrer (LRA, GF, Dozent im Rettungsdienst) statt.

 

Um im Einsatzteam fortlaufend eingesetzt werden zu dürfen, müssen jährlich mindestens 40 Stunden dieser freien Fortbildungen besucht werden. Das sind jährlich etwa 14 Fortbildungsveranstaltungen. Wer mehr Interesse zeigt, darf verständlicherweise auch jeden Termin wahrnehmen.

Eine gesetzliche Regelung für eine Ersthelfer- Fortbildung ist nicht verplichtend vorgesehen. Eine Auffrischungsempfehlung der EH-Ausbildung existiert zwar (Lehrer, Hausmeister, Erzieherinnen, betriebliche Ersthelfer), aber eine konkrete zeitliche Regelung ist im Gesetz nicht verankert, lediglich die Empfehlung einer "regelmäßigen" Auffrischung. Üblich ist eine Auffrischung alle 2 Jahre, die dokumentiert sein muss. Ab 2015 gelten sogar weiter reduzierte Anforderungen an die beruflich eingesetzten Ersthelfer. Der Grundkurs wird auf neun Stunden verkürzt. Alle zwei Jahre soll dann eine 9 stündige Auffrischung stattfinden. Traurig, dass man offensichtlich landläufig in den Gremien festgestellt hat, dass Garanten (Lehrer, Erzieher, Ersthelfer in Betrieben) immer weniger Lernstoff selbst verarbeiten können. Da wird dann lieber der Inhalt gekürzt. Eine Reduzierung für Ersthelfer ohne Garantenstellung ist sicherlich begrüßenswert, für Menschen die auf andere aufpassen sollen sind 16h Lehrgänge mit entsprechend geringem Inhalt nach den hier zu Grunde gelegten Studien offensichtlich zu viel. Oder spart man mit diesen vorgeschobenen Argumenten wieder an Kosten?

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Die aktiven Schulsanitäter haben neben den eigentlichen Lehrgangsmaterialien auch immer Zugriff auf die dazugehörige Literatur. Auch zum weiterführenden Selbststudium steht Fachliteratur zur Verfügung.
Das aktuellste Werk für unsere Einsatzsanitäter und auch ehemalige Schulsanitäter ist dieses Lehrbuch. Es löst in der aktuellen Auflage die bisherige Reihe "Rettungsdienst Heute" ab.
Anatomiekenntnisse werden auch aus diesen Lehrwerken genommen.
Die Literatur umfasst nicht nur die Bücher für relevante Themen der Notfallmedizin, sondern auch Bereiche, die im Projektkurs Medizin in der Oberstufe verwendet werden.

Eigens für die Ausbildung der SSD Junior, aber auch für die Schülerinnen und Schüler in der Grundausbildung ist dieses Memory Spiel gedacht. Fünf Exemplare stehen zur Verfügung und werden in den AG Stunden immer wieder genutzt. Auch zum Selbststudium eignet sich das Spiel und damit auch zur Prüfungsvorbereitung. Aber eigentlich hat es die Aufgabe auch ein wenig Spass beim Lernen zu machen. Ohne theoretische Kenntnisse geht es nunmal nicht, aber das muss ja nunmal nicht allzu trocken geschehen. 32 Pärchen müssen gebildet werden, es stehen mehrere Spielvarianten zu Verfügung. Das Spiel kostet 24,99 Euro und darf natürlich auch gerne zu Hause gespielt werden.  

Es umfasst den Inhalt der Ersten Hilfe Ausbildung. Die Symptomkarten müssen den jeweiligen Diagnosekarten zugeordnet werden. Zudem gibt es natürlich ein Lösungsheft und beschriebene Spielvarianten.

Zukünftig wird es auch für die weiteren Lehrgänge jeweils eigene Memory Kartenspiele geben. Sowohl für den Sanitätshelfer-Lehrgang, als auch den Einsatzsanitäter-Lehrgang sind bereits diese Varianten in Vorbereitung. Sie bauen inhaltlich auf dem Grundlehrgang auf und haben einen weitergehenden fachlichen Anspruch und lassen das Spiel dadurch noch interessanter werden. Es ist die ideale Prüfungsvorbereitung als Ergänzung zu den Folien und Skript.

Für die Einsatzsanitäter und Rettungshelfer gibt es bereits ein im SK Verlag erschienenes Lernspiel. Dies steht den aktiven Schülerinnen und Schülern ebenfalls zur Verfügung. Einige Karten können auch schon die Sanitätshelfer bearbeiten, für die EKG Bilder ist aber schon das Wissen aus unserem Einsatzsanitäterkurs von Nöten.